Schulden sind beim Bauernlegen immer im Spiel. Damals wie heute waren Schulden der Anfang vom Ende: Schulden und Pachten müssen bedient werden, auch wenn das Eigenkapital aufgezehrt ist.

Heute geht der Druck nicht mehr von den Grundherren aus. In vordemokratischen Zeiten war die Obrigkeit oder Grundherrschaft verantwortlich für Gedeih oder Verderb der Untertanen. In der Demokratie entscheiden anonyme Mehrheiten – auch über das Schicksal von Minderheiten. Die Verantwortung tragen gewählte Politiker, die den Wünschen der Mehrheit zu entsprechen versuchen.

Eine breite Mehrheit scheint zu glauben, dass Wachstum mit billigem Fremdkapital erzeugt werden kann. Tatsächlich führt die Politik des billigen Geldes nur zu Überkapazitäten und Preiskrisen. Sie treibt Bauern in Schulden und Ruin. Land und Höfe, die jahrhundertelang in Familienbesitz waren, werden Eigentum von Gesellschaften, die mit fremdem Geld arbeiten. Solange das Überangebot an Geld bestehen bleibt, werden immer wieder Überangebot und Preisverfall entstehen.  In der nächsten Preiskrise wechselt dann wieder altes und neues Eigentum den Besitzer. So geraten nach und nach alle in Abhängigkeit und Schuldknechtschaft.

Freiheit und gesundes Wachstum gibt es nur mit Eigenkapital, mit Ersparnissen und Erträgen aus der Vergangenheit.

In der Politik geht es nicht um Vernunft oder Sache, sondern um Mehrheiten und Zustimmung der Masse. Selbständige, unabhängige Existenzen, freie Berufe, Unternehmer bilden für die Politik nur eine uninteressante Randgruppe im einstelligen Prozentbereich.

Die Masse bilden die abhängig Beschäftigten, die Verbraucher und armen Schlucker. Ihre Zustimmung lässt sich leichter mit Wahlgeschenken und Wohltaten erkaufen und man kann sie mit Sozialleistungen und billigem Konsum bei Laune halten. Die Politik will keine freien Bürger, sondern abhängiges Stimmvieh. Bauernlegen nützt der Politik.

Die Politik zieht ihre Existenzberechtigung aus der Umverteilung. Sie nimmt der produktiv tätigen Minderheit der Freien und gibt der Masse der Abhängigen. Besonders unproduktiv, ja geradezu zerstörerisch ist der von der Politik gehätschelte Finanzsektor. Aber die Regierungen brauchen ständig frisches Geld und hängen ebenso am Tropf der Finanzwirtschaft wie die meisten ihrer Wähler. Die Finanzindustrie lebt von der Kreditexpansion. Bauernlegen ist eine Nebenwirkung.

Produktive Wirtschaftszweige hingegen werden von Geldpolitik und Wachstumsdruck ausgepresst und in die Verschuldung getrieben. Dann schnappt die Falle zu: Überkapazitäten, Preisverfall und Aus! Für Politik und Stimmvieh geht die Rechnung auf: noch mehr Abhängige und noch mehr Überfluss. Bauernopfer interessieren nicht, solange die Banken immer neues Geld liefern für den Konsum auf Pump und die Vernichtung oder billige Übernahme von Kapital und Substanz. Das wird so bleiben, so lange es dafür Mehrheiten gibt.

siehe auch: http://www.liegeboxen.de/der-heuwagen-konsumgesellschaft-ohne-bauern/

http://www.liegeboxen.de/geldpolitik/