Reissfestigkeit bei Deckbahnen für Kuhmatratzen

Die Reißfestigkeit gibt Aufschluss über die Deckbahnqualität.

8 oder 10 mm dicke Gummibahnen mit Gewebeeinlage haben sich als Deckbeläge in Jahrzehnten bewährt.
Für den Handel haben dünnere Deckbahnen zahlreiche Vorteile: wegen des geringeren Flächengewichtes sind sie leichter zu transportieren, zu lagern, zuzuschneiden und zu verlegen.

Je dünner die Deckbahn, desto leichter lässt sie sich biegen oder umschlagen. Dünne Deckbahnen werden deshalb auch gerne um die weiche Unterlage herum gebogen; der Schaumstoff wird hinten in die Deckbahn eingeschlagen. Eine bis ans hintere Ende der Hochbox durchgehend weiche Liegefläche lässt sich nur erreichen, wenn die weiche Polsterung hinten von der Deckbahn umhüllt ist.

Dieser gar nicht notwendige “Komfort” auf den letzten 20 – 50 cm wird mit früherem Verschleiß bezahlt: Die gebogenen (gefalteten) Deckbeläge sind erhöhter Belastung ausgesetzt, eine Gummierung oder Beschichtung steht hier immer unter Spannung und wird sich früher oder später lösen oder aufbrechen.

Je dünner die Deckbahn, desto wichtiger wird die Qualität des Gewebes, die dem Belag nicht anzusehen ist. In gummierten Deckbahnen kommen Nylongewebe zum Einsatz. Bei stoffgemusterten Gummibelägen wird i. d. R. eine Gummierung auf das engmaschige Gewebe aufgetragen, bei Hammerschlagprofilen wird die Gummierung mit hohem Druck auch in das grobmaschigere Gewebe hineingedrückt. Bei Hammerschlagprofilen ist deshalb eine bessere Haftung der Gummierung zu erwarten, das grobmaschigere Gewebe ist aber weniger reißfest.

Die Reißfestigkeit gibt Hinweise auf Haltbarkeit und Lebensdauer von dünnen Deckbahnen. Andere wichtige Kriterien zur Beurteilung der Materialqualität sind z. B. Alterungsbeständigkeit (Ozon, UV) und Abrieb. DLG-Prüfberichte geben Aufschluss über das Abriebverhalten, können aber Spezifikationen nicht ersetzen. Gleichbleibende Qualität wird erst durch Produktspezifikationen überprüfbar.

Leider wird von den meisten Herstellern nicht einmal die Reißfestigkeit der Gewebe angegeben. Sie wird nach internationaler Prüfnorm NEN-EN-ISO 10319 gemessen und bezeichnet die Kraft pro Meter (kN/m), bei der ein großflächiges Prüfmuster zu reissen beginnt. Die durchschnittliche Reißfestigkeit wird längs und quer aus jeweils fünf Prüfmustern ermittelt.

Wir haben drei handelsübliche Fabrikate auf Reissfestigkeit nach ISO 10319 testen lassen:

Reißfestigkeit nach NEN-EN-ISO 10319-2015, Tmax in kN/m:             längs                 quer

Huber Technik 4 GS, 4 mm dick, Gummioberfläche Hammerschlag:                    102,43                 79,61

Deckbahn China, 3,61 mm dick, Gummioberfläche stoffgemustert:                       156,29                 73,75

Tencate C686, Polypropylen-Gewebe 3,3 mm dick                                                     239,86                > 200

Lediglich für Deckbeläge von Tencate werden Reißfestigkeit, Durchdruckbeständigkeit und andere mechanische Eigenschaften vom Hersteller angegeben. Bei anderen Produkten kann man sich nur auf Praxiserfahrungen, Herstellergarantien oder DLG-Prüfberichte verlassen.

siehe auch: www.liegeboxen.de/deckbahnen-in-kuhmatratzen-und-weichbetten/