Deckbahnen in Kuhmatratzen und Weichbetten

Robuste Deckbahnen und verformbare Unterlagen bilden die wichtigsten Komponenten aller Weichbettsysteme, Kuhmatratzen und Kombiboxen in Hoch- und Tiefbuchten. Deckbahnen auf Schaumstoffunterlagen müssen wasserundurchlässig sein.

Als Deckbeläge werden Gummibahnen oder beschichtete Polypropylen-Gewebe eingesetzt.

Alle Kunststoffe müssen durch Ozon- und UV-Stabilisatoren vor vorzeitiger Alterung geschützt werden.

Gummibahnen mit einer Stärke von 8 oder 10 mm sind relativ steif und lassen die Matratze im “Kniefalltest” weniger weich erscheinen als ein dünnerer Deckbelag. Dennoch kann ein dickerer Deckbelag die Druckbelastung durch die abliegende Kuh besser auffangen und verteilen.

Dünnere Deckbahnen sind beliebt, weil sie weicher und komfortabler wirken.

Der Kniefalltest ist verkaufsfördernd, sagt aber nichts aus über die Verschleißeigenschaften. Grundsätzlich gilt, dass ein dünner Belag auf einem weichen Untergrund durch die Druckbelastung sehr viel mehr strapaziert wird als dickere Gummibahnen. Dieser Dauerbelastung muß durch hochreissfeste Gewebeeinlagen entgegengewirkt werden. Je dünner die Deckbahn, desto wichtiger wird die Gewebequalität und vor allem die Reißfestigkeit des Gewebes.

Reißfestigkeit ist das wichtigste Kriterium für Haltbarkeit und Stabilität.

Die Materialqualität ist den meisten Produkten nicht anzusehen. Deshalb müssen Spezifikationen und Prüfergebnisse verlangt werden.

Die Reißfestigkeit von Geweben wird nach EN-ISO 10319:2008 spezifiziert und verglichen. Bei Herstellerangaben zur Reißfestigkeit ist die jeweilige Prüfmethode zu hinterfragen; mit anderen Prüfmethoden ermittelte Werte sind u. U. nicht vergleichbar. Die Reißfestigkeit sollte auch in DLG-Tests nur nach EN-ISO 10319:2015 ermittelt werden. Andere Prüfmethoden können zu falschen Schlüssen verleiten, z. B. bei Deckbahnen von Huber Technik.

Die Gummierung bildet bei dünnen Deckbelägen lediglich eine Schutzschicht, die das Gewebe umgibt oder abdeckt. In Förderbändern und Gummibahnen werden vor allem Nylon-Gewebe eingesetzt, die nicht über die Reissfestigkeit von dickeren Polypropylen-Geweben und Geotextilien verfügen. Ein 4 mm -Gummibelag hat nur eine etwa 1 mm dicke Nyloneinlage, die nicht die Reissfestigkeit eines 4 mm dicken Polypropylengewebes haben kann. Die Gummikomponente trägt nicht nennenswert zur Reissfestigkeit des Belages bei.

Bei stärkeren Nylongeweben (siehe Abbildung) kann die Haftung des Gummis auf dem Gewebe problematisch werden. Bei unzureichender Bindung an das Gewebe kann sich die Gummierung vorzeitig lösen. Solche Verschleißerscheinungen zeigen sich zuerst am hinteren Ende der Liegebox, wo die Schaumstoffunterlage in die Deckbahn eingeschlagen ist. Durch diese 180°-Faltung ist die Gummierung der Deckbelages hier ständiger Spannung und erhöhter Belastung ausgesetzt.  Biegungen und Faltungen verkürzen die Lebensdauer jeder Deckbahn.

Dünne Deckbahnen bestehen entweder aus relativ dünnem Nylongewebe mit Gummischutzschicht oder einem dickeren Polypropylengewebe ohne Gummierung. Gummi wirkt solide, aber unter der Gummierung kann sich auch ein schwaches Gewebe verbergen. Auch deshalb sollte immer auf eine spezifizierte Reißfestigkeit geachtet werden.

Prüfergebnisse zur Reißfestigkeit verschiedener Fabrikate werden auf dieser Seite nach und nach veröffentlicht werden.

Siehe auch: Gelenkverletzungen – eine Frage der Oberfläche