´Im Englischen gibt es den Ausdruck “der Elefant im Raum” für ein Problem, das allen bekannt ist, aber willentlich ignoriert wird…´ www.goldseiten.de/artikel/341489–Was-wird-den-globalen-Schuldenturm-zum-Einsturz-bringen.html/

Sobald die Schuldenblase platzt, wird es heißen, das sei nicht vorhersehbar gewesen. Die Wirtschaft habe doch gebrummt wie selten, es habe keine Alarmzeichen gegeben. Man wird anderen die Schuld zuweisen, wenn die Welt ins Chaos stürzt, Kim Jong Un etwa oder Trump oder auch beiden. Oder den Neoliberalen und Kapitalisten. Die Regierungen werden mit dem Finger auf andere zeigen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Auf Warner und Untergangspropheten wird man nicht gut zu sprechen sein. Das waren ja alles unseriöse Wichtigtuer.

Es gibt unglaublich viele, seriöse Quellen, die Tag für Tag auf die unhaltbare Entwicklung hinweisen.

Ökonomen, Unternehmer oder Journalisten, denen man Seriosität gewiss nicht absprechen kann. Einige zehntausend Menschen – immer dieselben – werden sich auch jeden Tag ihre Gedanken dazu machen. Aber ist das viel in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern? Weit weniger als ein Prozent jedenfalls.

Es heißt manchmal, nur jede millionste Mensch sei in der Lage, das Geldsystem zu begreifen. Die Hauptsätze der Thermodynamik versteht auch kaum einer, obwohl Energie die Grundlage unserer Lebens- und Wirtschaftsweise ist, wichtiger noch als Geld. Die meisten interessiert das gar nicht.   99 % wollen es gar nicht wissen und möchten nicht ständig daran erinnert werden. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Der Elefant ist schon lange im Raum, und er wird nicht kleiner.

Eigentlich unmöglich, ihn zu ignorieren. Und die globale Überschuldung ist wahrlich nicht der einzige Elefant, es stehen noch ein paar andere im Raum. Jeder kennt sie, aber es gilt als unschicklich, sie zu bemerken. Im Westen redet man darüber nur im privaten Kreise oder hinter vorgehaltener Hand, wie früher in der DDR. Wir reden nicht gerne darüber, weil wir selbst die Elefanten hereingelassen haben. Alle wollten es, weil alle in irgendeiner Weise von Wohlfahrtsstaat, Schuldenwirtschaft, Ressourcenplünderung und Verschwendung  profitieren, und sei es nur durch das gute Gefühl, Gutes zu tun. Wir wollten es so, und wir wollten nicht wissen, was wir uns damit für Elefanten heranzüchten.

Elefanten sind Probleme, die man nicht sehen will. Sie werden immer größer.

Wir wollen nichts sehen und hören, weil jeder genug mit dem täglichen Hamsterrad zu tun hat. Oder weil Brot und Spiele und Tanz um das goldene Kalb wichtiger sind. Aber anders als vor achtzig Jahren ist man heute nicht mehr auf Volksempfänger und Staatsfunk angewiesen. Es gibt alternative und kritische Medien in Hülle und Fülle. Sie wachsen und gedeihen, während die Mainstreammedien dahinsiechen oder mit Zwangsabgaben (GEZ) in Milliardenhöhe gestützt werden müssen. Deshalb hat es sich auch längst herumgesprochen, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann wie bisher. Alle wissen es. Man wird sich nicht wieder damit herausreden können, nichts gewusst zu haben.

Frau Merkel meinte gerade, Vollbeschäftigung sei bis 2025 möglich. Prinzip Hoffnung, nur nicht an die Elefanten denken! Gut möglich, dass wir 2025 ganz andere Sorgen haben als Vollbeschäftigung oder Elektroautos. Eher unwahrscheinlich, dass sich Elefanten und Eisberge nicht bemerkbar machen. Aber dann werden andere schuld sein.

Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Deshalb wird auch nach den Wahlen alles beim Alten bleiben. Oberflächlichkteit, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit werden das Sagen behalten, weil die Mehrheit es so will.

Aber ich muss da nicht mitmachen. Und Sie?

siehe auch: www.liegeboxen.de/landwirtschaft-zwischen-mangel-und-verschwendung/