DLG Tests

Landwirte, Berater und Händler aus der ganzen Welt informieren sich anhand von Prüfberichten des DLG-Prüfzentrums über die Qualität von Stalltechnikprodukten.
Die Seite http://www.dlg-test.de wird millionenfach angeklickt. Die hervorragende, vorbildliche Arbeit des Prüfzentrums ist international anerkannt.

Mit der internationalen Anerkennung ist auch der Marketingwert von DLG-Prüfungen gestiegen. DLG-Prüfberichte oder Prüfsiegel genießen das Vertrauen der Landwirte, für Stalltechnikhersteller sind sie werbewirksam und verkaufsfördernd.

Zugleich ist mit dem Erfolg des DLG-Prüfzentrums auch das Risiko von Mißbrauch und irreführender Werbung mit DLG-Prüfungen gewachsen. Zwar hat die DLG eine strenge Prüfungsordnung, die für den Fall unwahrer Herstellerangaben, nicht gemeldeter Produktänderungen oder mißbräuchlicher Verwendung auch Sanktionen oder den Widerruf des Prüfberichtes vorsieht. Die Einhaltung dieser strengen Regeln kann aber durch das DLG-Prüfzentrum nicht wirksam kontrolliert werden, sie ist hier auf Hinweise aus dem Markt angewiesen.

Viele Hersteller halten es nicht für nötig, der DLG Änderungen von Verfahren, Rezepturen oder Komponenten anzuzeigen, zumal die  Zusammensetzung vieler Produkte oder Vorprodukte oft weder genau spezifiziert oder bekannt ist. Solange eine exakte Spezifikation nicht Teil der Herstellerangaben ist, können spätere Abweichungen von der geprüften Qualität gar nicht nachgewiesen werden.

Beispiel: Die DLG prüft die Rutschfestigkeit eines Belages. Die im DLG-Test ermittelte Rutschfestigkeit wird für den Kunden zu einem wesentlichen Produktmerkmal, auf das er seine Kaufentscheidung stützt. Für die Rutschfestigkeit kann das Oberflächenprofil große Bedeutung haben; das Profil unterliegt dem Verschleiß durch Abrieb. Auch die Abriebeigenschaften hat die DLG geprüft.

Nicht erkennbare Änderungen der Materialqualität können dazu führen, das ein Belag in der Praxis sehr viel schneller verschleißt und glatt wird als das ursprünglich von der DLG-getestete Prüfmuster.

Die Schwachstelle des Prüfverfahrens besteht in der mangelhaften und deshalb nicht überprüfbaren Spezifikation vieler Stalltechnikprodukte.

Herstellereigene Spezifikationen sollten nicht nur Maße, Gewichte, Farbe und Material bezeichnen, sondern auch nähere Angaben zur chemischen Zusammensetzung und Prüfwerte nach einschlägigen EN-Normen enthalten (z. B. Reißfestigkeit). Spezifizierte Materialqualität wird mit der wachsenden Zahl von Werkstoffen / Kunststoffen immer wichtiger.

In Gewährleistungsfällen kann man sich oft nur auf den DLG-Prüfbericht berufen, in dem das Produkt beschrieben wurde; herstellereigene Produktunterlagen sind oft noch dürftiger. Ohne exakte Spezifikation kann niemand überpüfen, ob überhaupt die geprüfte Qualität geliefert wurde.

Das Vertrauen in DLG-Prüfungen soll in keiner Weise geschmälert werden, wenn wir in Einzelfällen den Umgang mit DLG-Prüfungen kritisch durchleuchten. Im Gegenteil: Es soll den schwarzen Schafen schwerer gemacht werben, DLG-Prüfungen zu irreführender Werbung zu nutzen.  Es gibt immer Versuche, sich mit falschen Angaben oder getürkten Prüfmustern ein Prüfzeugnis zu erschleichen. Oder spätere Produktänderungen nicht mitzuteilen. Es gibt auch Fälle von Verfahrens- oder Qualitätsänderungen bei Vorlieferanten, von denen der Anmelder selbst gar keine Kenntnis hat.