Alles fauler Zauber?

An einem Strahlungstag mit wolkenlosem Himmel fällt im Durchschnitt auf jeden Quadratmeter Erdoberfläche eine Energiemenge von einem Kilowatt, bei Bewölkung kann sich dieser Wert auf 50 Watt verringern. Die grünen Pflanzen wandeln etwa 0,1 Prozent dieser eingestrahlten Energie in Biomasse um. (…) Allein in den Wäldern der Erde mit zirka 40 millionen Quadratkilometer Fläche beträgt der Zuwachs an Biomasse jährlich etwa 170 Milliarden Tonnen. Dies entspricht ungefähr der 25-fachen Energiemenge des pro Jahr geförderten Erdöls” (aus: Bioenergie aus Holz, Georgia Augusta Ausgabe 10, April 2017)

Hört sich doch gut an, oder? Also sind wir doch mit der Energiewende auf dem richtigen Weg – könnte und soll man denken. Wenn es nur so einfach wäre, diese Biomasse einzusammeln, zu speichern und zu transportieren, um sie nutzbar zu machen…An dieser Aufgabe haben sich schon Generationen von Land- und Forstwirten abgearbeitet, das ist ein ganz alter Hut! Dieses Problem wird von der Energiewende-Propaganda gerne ignoriert. So werden auch mit wissenschaftlichen Artikeln naive Hoffnungen auf ein Energiewunder genährt.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing…

Auch die Wissenschaft kann auf Abwege geraten, wenn es um Forschungsgelder geht. In Forschungsprojekte und Propaganda für “erneuerbare Energie” fließt viel Geld, seit die Politik die Energiewende ausgerufen hat.

Sonnenenergie in Biomasse umzuwandeln und nutzbar zu machen war seit jeher die Aufgabe von Land- und Forstwirtschaft. Landwirte wissen, dass dies zwangsläufig mit erheblichem Aufwand an Arbeit und Energie verbunden ist. Denn die flächig verteilte Strahlungsenergie muss eben erst durch Photosynthese umgewandelt und durch Arbeit verdichtet und nutzbar gemacht werden. Jede andere Nutzung von Sonnenenergie ist mit größeren Umwandlungs-, Transport- und Speicherverlusten und damit viel höherem technischem Aufwand (= Energieaufwand) verbunden.

Den Energiedurst stillen, indem mehr Energie in die Energiegewinnung fließt?

Der Erntefaktor wird ungünstiger: Das gilt für fossile Energie ebenso wie für regenerative Energieträger. Dadurch steigt der Gesamtenergieverbrauch schneller als die nutzbare Nettoenergie. Das sieht doch eher nach einer Quadratur des Kreises aus?

Jetzt ausgerechnet Elektromobilität: Wo sollen denn Lithium oder andere Rohstoffe für die massenhafte, großtechnische Speicherung herkommen? Bei jeder Art von Rohstoffförderung wird sehr viel Energie vor allem in Form von Kraftstoff verbraucht. Wenn alle Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren ersetzt würden, wären Lithium oder andere Rohstoffe für die Batterieherstellung bald unbezahlbar. Denn die meisten Rohstoffe können heute nicht mehr einfach von der Erdoberfläche aufgelesen werden.

Oder stellen Sie sich vor, Sie würden als Landwirt eine Biogasanlage betreiben und müssten die Prozessenergie für Ihre strombetriebenen 200 PS-Schlepper und sonstigen Fahrzeuge selbst erzeugen. Würde überhaupt noch Strom für die Vermarktung übrigbleiben, um aus den Erlösen nicht nur die Biogasanlage, sondern auch Generator, Stromspeicher und sonstige Technik zu finanzieren?

So aber wird nur mit höherem Aufwand ein noch größeres Rad gedreht. Der höhere Energieaufwand wird nur verlagert – aus den Augen, aus dem Sinn. Aber irgendjemand wird den Aufwand zahlen müssen. Der gewohnte Lebensstandard wird teuer werden und für die meisten unerschwinglich, ob mit oder ohne Energiewende. In Verbindung mit Elektromobilität wird die Energiewende den gesamten Ressourcen- und Energieverbrauch weiter beschleunigen. Sie wird Kapital vernichten, statt Wohlstand zu schaffen oder zu erhalten.

Von der Illusion eines Schlaraffenlandes mit billiger Energie auf Pump lebt eine ganze Energiewende-Industrie und deren Lobby. Sie schafft Arbeitsplätze durch beschleunigte Energieverschwendung. Selbst wenn politisch gewollte Investitionen scheitern, weil die Grundsätze der Thermodynamik ignoriert werden – die Finanzierung übernimmt die Finanzwirtschaft und deren Risiko trägt bekanntlich die Allgemeinheit. Alles wie früher bei der Atomenergie, nur noch etwas verfeinert.

Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch.

Nachhaltige Prosperität entsteht nicht durch Verbrauch, sondern durch Sparsamkeit. Nicht durch Elektroautos, sondern durch sparsamen Umgang mit Energie. Energieeffizienz ist in der Natur ein Selektionsmerkmal.

Eine wirkliche Energiewende würde Anreize zum sparsamen Umgang mit Energie setzen.

Sie müsste den Gesamtenergieverbrauch im Auge haben. Sie könnte Energiegewinnung  und Preisbildung dem Markt überlassen – ohne staatliche Subvention irgendeiner Art von Energiegewinnung und ohne subventioniertes Überangebot.

Eine wirkliche Energiewende würde das Privateigentum stärken.

Sie würde privaten Landbesitz wirksam gegen Ausbeutung und Enteignung durch die Allgemeinheit schützen. Private Minenbetreiber oder Stromerzeuger müssten für alle Folgen von Energiegewinnung, Rohstoffförderung und Entsorgung haften.

Nur der Energiepreis kann Energieeffizienz erzwingen und Verschwendung abstellen.

Und niemand würde es riskieren, eigene Ersparnisse in Fracking oder gar Elektromobilität zu investieren. Denn niemand könnte es sich leisten, die Hauptsätze der Thermodynamik zu ignorieren – nicht einmal Elon Musk, der mit dem Vorzeigeprojekt Tesla auch nur Geld und Energie verbrennt. Vor dreißig Jahren forderte Franz Alt noch “Schilfgras statt Atomkraft”.

Mit dem Märchen von sauberer Energie in Hülle und Fülle ließ sich schon immer viel Geld verdienen.

Aber wer will das überhaupt wissen?

Verdummung als Geschäftsmodell: Der WWF  www.energiewendebeschleunigen.de

Interessanter Beitrag bei Bauer Willi:  www.bauerwilli.com/ich-bin-dagegen/