Gelenkverletzungen Milchvieh Titelbild

Das neue Jahr beginnt hier mit dem Schwerpunktthema Gelenkverletzungen.

Wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Gibt es überhaupt Verbesserungsbedarf?

Zu diesen Fragen gibt es kaum statistische Erhebungen. Mit der Umfrage „Gesunde Gelenke?“ soll die tatsächliche Bedeutung dieses Themas in der Praxis untersucht werden. Je größer die Beteiligung, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis, das nach Abschluss der Befragung allen Nutzern zur Verfügung stehen wird. Rege Beteiligung liegt also im eigenen Interesse!

Hautabschürfungen, Gelenkverletzungen und -Entzündungen entstehen durch Reibung auf harten Oberflächen. Gummi ist ein elastisches und sehr haltbares Material, das hohe Punktbelastungen abfedern kann. Wegen seiner hohen Dichte und des damit verbundenen “Radiereffektes” ist es aber weder hautfreundlich noch komfortabel. Der Hautkontakt in den besonders sensiblen Bereichen sollte deshalb durch Oberflächengestaltung und Einstreuschicht minimiert werden.

Der Liegekomfort von Gummibelägen kann durch Oberflächenprofilierung und Füllungen verbessert werden. Füllmaterial wie Luft, Wasser oder Gel soll in Verbindung mit der Oberflächengestaltung dafür sorgen, dass auch seitliche Belastungen in Form von Reibung aufgenommen werden können. Dieses Konzept führte bereits zur Entwicklung von Wasserbetten und Gelmatratzen. Auch die neue TARSA-Matte von Kraiburg liegt auf dieser Linie.

Die Tiergesundheit in Hochboxen kann auch durch andere Werkstoffe verbessert werden: Komfortmatten aus geschäumtem Kunststoff (EVA) haben einen hohen Luftanteil und eine geringe Dichte. Das Risiko von Reibung und Gelenkverletzungen ist hier geringer; bewährte Markenprodukte erreichen auch eine sehr gute Haltbarkeit und Formstabilität.

Grundsätzlich gilt: Je härter und dichter das Oberflächenmaterial, desto wichtiger ist eine schützende Einstreuschicht zwischen Tierkörper und Liegeflächenbelag. Im Bereich von Euter und Tarsalgelenken muss die Liegefläche gar nicht besonders weich sein, aber sie darf nicht scheuern.

Zu Gelenkverletzungen kommt es insbesondere auf glatten, harten Oberflächen in Verbindung mit fehlender oder zu feuchter Einstreu. Auf relativ glatten Oberflächen kann sich keine schützende Einstreuschicht halten.

Die nachfolgend abgebildeten Gelenke sind in sehr schlechtem Zustand. Ursache ist hier die harte und glatte Mattenoberfläche des klassischen Hammerschlagprofils. Einstreu rutscht weg, Rutschbewegungen des Tierkörpers verursachen Reibung und Aufscheuern.

Gelenkverletzung Rind 2