Gelmatratzen Milchvieh

Gelmatratze, Foto: Agriprom

Gelmatratzen sollen ähnlich wie Wasserbetten funktionieren: eine zähflüssige Füllung soll unter Druck nachgeben und sich der Körperform der liegenden Kuh anpassen. Dadurch soll Reibung vermindert werden, die auf flachen Belägen mit Gummioberfläche zu Gelenkproblemen führen kann.

Eine zähflüssige Füllung ist nachgiebig, bietet aber mehr Widerstand als Wasser. Im vorderen Teil der Liegefläche können die Carpalgelenke der abliegenden Kühe so besser entlastet werden.

Gesunde Sprunggelenke durch nachgiebige Füllung…

Gelmatratzen sind anders aufgebaut als Wasserbetten: Die Gelfüllung ist in verschiedene Schaumstofflagen eingearbeitet, die mit einem wasserdichten Oberbelag abgedeckt werden. Die Matratze wird durch die Schaumstoffkomponente stabiler und funktioniert anders als Wasserbetten unabhängig vom Fülldruck. Allerdings kann der eigentliche Effekt einer flüssigen Füllung so nicht erreicht werden. Tatsächlich sind Gelmatratzen in Aufbau und Funktionsweise deshalb eher Weichbetten oder anderen Matratzen vergleichbar.

Wie alle ausreichend weichen Beläge werden auch Gelmatratzen sehr gut angenommen, entscheidend hierfür ist die Polsterung im vorderen Bereich der Liegefläche. Ob die Sprunggelenke mit Gelmatratzen im hinteren Bereich der Liegefläche besser geschont und entlastet werden als mit herkömmlichen Matratzen oder Weichbetten, wäre noch in Langzeituntersuchungen zu klären.

…oder durch hautfreundliche Oberfläche?

Auf ganz andere Weise sollen Komfortmatten aus EVA oder Matratzen mit Polypropylen-Deckbahnen die Sprunggelenke schonen.

Mit Komfortmatten gibt es langjährige Erfahrungen. Das geschäumte Material hat eine geringe Dichte und eine hautfreundliche Oberfläche. Auch mit geringer Einstreu gibt es in Hochboxen mit Komfortmatten in der Regel keine Reibung oder Gelenkprobleme. Komfortmatten aus EVA sind nur als Einzelmatten erhältlich. Markenprodukte von erfahrenen Herstellern verfügen auch über gute Formstabilität.

Die Oberfläche von Polypropylen-Deckbahnen ist rauer und weniger dicht als die von Gummideckbahnen. Rauhe, offenere Oberflächen können sich besser mit Einstreupartikeln verbinden. Auf Polypropylen-Deckbahnen mit ausreichender Einstreu kann sich so eine hautschonende Oberfläche bilden, die Reibung mindert und die Tarsalgelenke schont. Polypropylen-Deckbahnen und -Geotextilien sind reissfester als alle Deckbahnen. Matratzen mit Schaumstoffunterlagen sind stabiler als solche mit lose geschütteten Füllungen.

Produktinformation zu Gelmatratzen: www.agriprom.nl

Produktinformation zu Komfortmatten: www.gloegglerstall.de

Produktinformation zu Deckbahnen / Matratzen: www.bevepro.com