Die Finanzkrise 2008 hat schlagartig die Anfälligkeit und Risiken der Globalisierung in das Bewusstsein gerückt. Seither wächst der Trend, sich vor den Folgen von Verflechtung und Interdependenz zu schützen.

Laut McKinsey liegt die globale Verschuldung im Jahr 2016 bei 199 Billionen Dollar und damit um 57 Billionen höher als zu Beginn der Finanzkrise 2007. Schulden und Risiken wurden nicht abgebaut, sondern nur verschoben. Die Schulden wachsen viel schneller als die Weltwirtschaft. Damit wachsen auch die Risiken.

Die weltweite Schuldenblase wird platzen. Bevölkerungswachstum, Ressourcenverknappung und Umweltbelastung stellen die Welt vor zusätzliche Probleme. Verteilungskonflikte, Krisen, Verarmung, Elend und Völkerwanderungen sind vorhersehbar.

Immer mehr Länder und Völker versuchen sich vor wachsenden Gefahren in Sicherheit zu bringen. Autonomie, Selbstversorgung und Grenzen sollen Schutz bieten, wenn die Welt im Chaos versinkt.

Nur das exportabhängige Deutschland möchte weltoffen bleiben. Aber wer wird sich noch teure deutsche Autos oder Milchprodukte leisten können, wenn sich die Papierwährungen unserer westlichen Freunde nach Detonation der Schuldenbombe in Luft auflösen?

Das rohstoffreiche Russland kann sich – auch dank westlicher Sanktionen – mit Milch und Nahrungsmitteln selbst versorgen. Die Belieferung der Welt mit Chemie, Autos, Robotern und allen anderen ehemals deutschen Exportschlagern wird China übernehmen – deutsche Technik zu chinesischen Löhnen und Preisen, hergestellt mit deutschem Know How und Kapital nach chinesischen Sozial- und Umweltstandards.

So wird sich der weltoffene, ehemalige Exportweltmeister Deutschland die Globalisierung nicht vorgestellt haben.