Hochliegeboxen

Hochliegeboxen entstanden aus der Notwendigkeit, Pflege und Trockenhaltung der Liegeflächen zu vereinfachen. Die klassische Hochbox hat eine ca. 20 cm hohe Trittkante, 3-4 % Gefälle nach hinten und eine trockene, komfortable und leicht eingestreute Liegefläche. In Hochboxen mit optimaler Liegefläche bleiben die Gelenke so gesund wie in Tiefbuchten.

Hochliegeboxen gelten als pflegeleicht und funktionieren auf vielen Betrieben sehr gut. Dennoch ist das Risiko von Hautabschürfungen, Schwellungen oder auch Entzündungen im Bereich der Tarsalgelenke in Hochboxen trotz weicher Matten, Weichbetten oder Matratzen deutlich höher als auf Tiefstreu.

Gummimatten oder weiche Beläge federn vertikale Punktbelastungen ab, die vor allem beim Aufstehen und Abliegen an den vorderen Gelenken (Carpalgelenke) entstehen. Die Gelenke der hinteren Gliedmaßen werden aber vor allem durch Druck und Reibung im Liegen belastet. Wenn keine isolierende Einstreuschicht vorhanden ist, scheuern die Gelenke auf dem Belag. Nässe weicht die Haut auf, durch Kalk kann sie spröde werden. Aus ständiger Reizung entstehen Verletzungen und Entzündungen.

Aufscheuern der Tarsalgelenke kann nur durch eine Einstreuschicht verhindert werden, die wie ein „Gleitlager“ Reibung mindert und zugleich Nässe aufnimmt. Bereits eine dünne, aber gleichmäßige Einstreuschicht kann eine ausreichende, reibungsmindernde Trennschicht bilden. Trockene Einstreu ist das A und O für gesunde Tarsalgelenke. Eine extrem weiche Polsterung ist im hinteren Bereich der Liegebox hingegen weder notwendig noch sinnvoll.

Auf einem sehr weichen Belag mit etwas glatter Oberfläche bleibt Einstreu nicht gut haften. Verschleiß bei Matten oder Belägen beginnt zumeist im hinteren Bereich der Liegefläche, weiche Systeme unterliegen hier einem erhöhten Verschleißrisiko.

Hochboxen können durch Umwandlung in hochgelegte Tiefbuchten mit dickerer Einstreu optimiert werden.

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