Wettbewerb fördert Innovation und Produktivitätsfortschritt. Offene Märkte mit unbeschränktem Zugang sollen diesen Wettbewerb ermöglichen.

Aber wo gibt es überhaupt offene Märkte? Jeder fordert von anderen offene Märkte für die eigenen Produkte und schützt zugleich den eigenen Binnenmarkt. Es geht um die Durchsetzung eigener wirtschaftlicher Interessen: Öffnet eure Märkte für unsere Autos, dann öffnen wir unseren Markt für eure Agrarprodukte oder Rohstoffe.

Lange Zeit schien es für die Industrieländer gesamtwirtschaftlich sinnvoll, Kostennachteile der eigenen Landwirtschaft durch Subventionen auszugleichen. In Zukunft könnte diese Rechnung für den Westen nicht mehr aufgehen. Die alten, überschuldeten Industrienationen wachsen nicht mehr. Schwellenländer und neue Mächte laufen ihnen den Rang ab. Subventionen werden zu teuer, wenn der Wohlfahrtsstaat nur noch aus der Druckerpresse finanziert werden kann.

Sollte sich nicht jedes Land gegen Dumping und Ausplünderung der eigenen Ressourcen schützen? Nur Länder mit schwachen oder korrupten Regierungen sind dazu nicht in der Lage. Und warum sollte sich Europa nicht dafür stark machen dürfen, dass  Lebensmittel und Futter nach eigenen Qualitäts- und Umweltstandards erzeugt und verbraucht werden?
Nicht nur der Handel mit Drogen, Waffen, Elfenbein oder Tropenholz ist ganz verboten oder stark reglementiert. Überall beschränken gesetzliche Vorschriften und Verordnungen, Zölle, Normen, Brennrechte, Importquoten oder Handwerksordnungen den Marktzugang, um Verbraucher, Hersteller und Umwelt zu schützen. Patentrechte und teure Produktionsstrukturen erschweren Nachahmern den Marktzugang.
Beschränkungen des Marktzuganges dienen dem Schutz geistigen Eigentums und der Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards.

Als Verbraucher wollen wir kein Glykol im Wein, keine Antibiotika und Hormone im Fleisch, kein Nitrat im Trinkwasser, keine krebserregenden Weichmacher in Lebensmittelverpackungen oder Autoreifen, keine Gifte in Kinderspielzeug oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Essen. Überall wird deshalb die Herstellung von Nahrungsmitteln reglementiert und überwacht.
Die Milchquote wirkte wie eine Markteintrittsbarriere, die die Entstehung von Überkapazitäten lange Zeit verhindern konnte. Sie mag nicht mehr zeitgemäß sein, aber sie sollte durch einheitliche europäische Qualitätsstandards für die Milcherzeugung ersetzt werden.