Weidemilch und Heumilch

Wir können nicht Stroh zu Gold spinnen. Aber wir können aus Gras Milch machen

Heumilch und Weidemilch gibt es jetzt in fast jedem Supermarkt. Weidemilch als Milch von Kühen, die einen wesentlichen Teil ihrer Zeit auf der Weide verbringen. Heumilch ist Milch von Kühen, die im Winter nicht mit Silage, sondern mit Heu gefüttert werden. Im Sommer sind Heumilchkühe entweder auch auf der Weide oder sie werden im Stall mit frischem Gras gefüttert. Gemeinsam ist Heumilch und Weidemilch die Fütterung der Kühe mit nicht vergorenem Gras. Im Fall der Weidemilch nicht ausschließlich, denn Weidehaltung außerhalb der Vegetationsperiode ist nicht sehr sinnvoll.
Ursprünglich diente Weidehaltung vor allem der Nahrungsaufnahme. Heute überwiegt der Aspekt des Tierwohls, der vielen Verbrauchern wichtig ist.

Wer nicht einfach nach dem Geldbeutel entscheidet, kann wählen, was ihm besonders wichtig ist: Das natürliche Futter bei der Heumilch, der Weidegang bei der Weidemilch, oder natürliches Futter und Weidegang bei der Biomilch. Denn auch Biomilch stammt in der Regel von Kühen, die an vielen Tagen im Jahr auf der Weide sind.

Prädikatsmilch verwirrt und bildet den Geschmack

Je mehr Arten von “Prädikatsmilch” auf den Markt gelangen, desto unübersichtlicher und verwirrender wird es für den Verbraucher. Das mag dazu anregen, über Milcherzeugung und Tierhaltung nachzudenken und eine bewußte Entscheidung zu treffen. Manche werden durch die Vielfalt eher verwirrt und orientieren sich dann einfach am Preis.

Billigmilch wird nicht aus dem Angebot verschwinden, aber sie wird durch die Differenzierung des Marktes an den Rand gedrängt. Nur, wenn es sehr teure und sehr billige Milch im Regal gibt, kann man sich bewusst für eine mittlere Preislage entscheiden. Bei vielen Entscheidungen des täglichen Lebens kann man sich nicht auf fundiertes Wissen stützen, man handelt nach dem Gefühl, möchte nichts falsch machen und wählt den Mittelweg.

Mit der teuersten und schmackhaftesten Milch kann man nichts falsch machen

Wer es noch richtiger machen möchte, kann im Hochpreissegment die Milch aussuchen, die ihm am besten schmeckt. Biodynamische Heumilch von Demeter etwa schmeckt tatsächlich nach Stall. Das ist nicht jedermanns Sache. Ich mag es, denn das Aroma erinnert mich an meine Kindheit, als wir die Milch noch jeden Tag bei Nachbar Bornemann holten. Im Unterschied zur Milch unseres Nachbarn schmeckt Heumilch im Winter aber nicht nach Rübenblattsilage. Im Sommer weideten Bornemanns Kühe hinter unserem Garten.

Wer das Stallaroma nicht so mag, kann Heumilch aus der Gläsernen Molkerei versuchen. Auch da schwimmt etwas Rahm obenauf, wie früher bei der Milch vom Nachbarn: wir mussten damals nie Sahne einkaufen.

Sehr wohlschmeckend und bekömmlich ist auch die Biomilch der Upländer Bauernmolkerei und die Weidemilch von Hansano/Arla. Wir geben ihr den Vorzug, weil sie aus unserer Region kommt und hoffentlich nicht ganz so weit gereist ist. Noch besser schmeckt nur die Milch vom Naturmilchhof Gartetal, ein paar Dörfer weiter.

siehe auch: www.bauerwilli.com/liebe-milchbauern-was-fuer-eine-milch-soll-ich-kaufen/