Tarsa Gummimatte Kraiburg

Die neu entwickelte TARSA wurde auf der EuroTier 2016 vorgestellt und von der DLG als Innovation prämiiert. Was ist davon zu halten?

Neues Liegesystem für Hochboxen

Die neue Gummimatte ist die Antwort des Marktführers auf den anhaltenden Trend zu Tiefbuchten, Sandbettwaben oder anderen Systemen.

Dieser Trend hat verschiedene Ursachen. Eine besteht darin, dass es in Hochliegeboxen auch mit weichen Gummimatten oder Matratzen immer wieder zu Abschürfungen oder Entzündungen an den Sprunggelenken kommen konnte.

Das wird nun auch vom Marktführer eingeräumt, denn sonst gäbe es für die Entwicklung der TARSA keinen Grund.

„Weiche“ Systeme können zwar vertikale Belastungen abfedern, mindern aber nicht die Reibung durch horizontale Bewegungen.

Reibung und daraus folgende Verletzungen können nach heutigem Wissen nur durch eine ausreichend dicke Einstreuschicht oder eine Art „Gleitlager“ unterbunden werden.

Mit der Tarsa wird nun ein System angeboten, dass durch abgerundete Wölbungen im hinteren Teil der Matte Scherkräfte aufnehmen und so die Reibung vermindern soll. Außerdem soll das Oberflächenprofil der Matte eine stabile Einstreuschicht in der Tarsalzone gewährleisten.

Zunächst bleibt abzuwarten, ob auf TARSA auch ohne hinteren Abschluss der Liegebucht genug Einstreu liegen bleibt und die Gelenkgesundheit auch in Großbetrieben unter ungünstigen Bedingungen verbessert werden kann. Dann wäre TARSA in Hochboxen ein echter Fortschritt. Die zehnjährige Herstellergarantie wird das Interesse an dieser Lösung verstärken.

Auf der EuroTier wurde der Prototyp dieser Matte vorgestellt. Wir werden zu gegebener Zeit über die Praxiserfahrungen berichten.

Mehr Aufwand für gesunde Gelenke

TARSA ist keine einfache Gummimatte, sondern ein aufwändiges System mit mehreren Komponenten, darunter zwei übereinander zu verlegende Gummimatten. Ähnlich wie bei Wasserbetten stellt sich hier die Frage, ob es nicht auch einfacher gehen könnte. Warum muss im hinteren Bereich unter der TARSA-Oberfläche noch eine Unterlage mit Lamellenprofil liegen? Die TARSA-Oberflächenstruktur ist interessant und vielversprechend, aber zu viel Weichheit im hinteren Bereich der Liegebucht sehen wir kritisch. Und für die Schonung der Carpalgelenke im vorderen Bereich könnte auch eine robuste Schaumstoffunterlage genügen…

Grundsätzlich gilt: Je weicher und dünner die Komponenten, desto größer das Risiko von Verschleiß und bleibender Verformung. Wie werden die neuen Matten nach einigen Jahren aussehen? Eine Bewertung neuer Systeme ist immer erst nach längerem Praxiseinsatz möglich.

Gefragt sind möglichst einfache und kostengünstige Lösungen mit langer Lebensdauer. Die Fixkostenbelastung muss immer im Auge behalten werden.

Je komplizierter und aufwändiger Hochliegeboxen werden, desto leichter fällt die Grundsatzentscheidung zugunsten von Tiefbuchten. TARSA wäre dann eher eine Lösung für den Ersatzbedarf in Hochboxen und eine Alternative zur Umrüstung in „hochgelegte Tiefbuchten“.

Warum wird im hinteren Teil der Liegebox überhaupt noch eine Gummimatte  gebraucht, wenn hier auf Einstreu doch nicht verzichtet werden kann? Diese Frage stellen wir hier gerne zur Diskussion.

Hersteller: Gummiwerk KRAIBURG Elastik GmbH & Co. KG >>>

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