Die Schieferölproduktion in den USA bestimmt den Ölpreis, die OPEC-Strategie einer künstlichen Verknappung werde in den kommenden Jahren nicht gelingen – so die Meinung eines angesehenen Rohstoffexperten.
Fracking sei bereits zu einem Blutbad der Ölindustrie gewonnen, bei dem auch bei einem Ölpreis von 100 Dollar pro barrel kein Geld verdient werde – meint ein Finanzanalyst mit Hinweis auf die katastrophale Ertragslage und horrende Verschuldung der Ölunternehmen.

Beides könnte zutreffen. Früher konnte man davon ausgehen, dass Unternehmen und Kapitalanleger nicht in unrentable Technologien investieren würden. Aber seit die Zentralbanken Schulden, Verluste und Risiken übernehmen, kann man sich darauf nicht mehr verlassen.

Fracking beschert den Ölunternehmen hohe Verluste, weil die Bohrlöcher viel unergiebiger sind als geplant oder erhofft. Investitionen wurden mit gleichmäßiger Ölförderung über 40 Jahre gerechnet, tatsächlich fällt die Fördermenge aber schon nach wenigen Jahren wieder ab. Um die Fördermenge zu halten oder gar auszuweiten, müssen mit hohem Aufwand immer neue Vorkommen angezapft und neue Löcher gebohrt werden. Dieser Aufwand übersteigt die Einnahmen. Warum macht man sowas?

Es ist ein Wirtschaftskrieg: Energie und Geld werden für ein politisches Ziel geopfert. Die USA müssen den Ölpreis niedrig halten und den Petrodollar verteidigen, damit ihnen der Laden nicht um die Ohren fliegt. Das Ganze erinnert an die Geschichte von der belagerten Festung, aus der die Besatzung in diesem Fall nicht Brot, sondern Dollar herabregnen lässt, um die Belagerer zu entmutigen…  Die von Saudiarabien geführte OPEC soll entmutigt werden. Andere Förderländer hätten gerne einen höheren Ölpreis. Warum sollen sie auch die unwiederbringlichen Ölreserven ihres Landes in wenigen Jahrzehnten verschleudern?

Solche Bedenken scheint es in den USA nicht zu geben. Hier werden die letzten Reserven verpulvert und Rekordschulden angehäuft, um den amerikanischen Traum noch ein paar Jahre zu verlängern. Wahrscheinlich glaubt der Einfaltspinsel Trump seine Sprüche von technologischem Fortschritt und Innovation in der Schieferölproduktion sogar selbst. Lüge ist nur, was wider besseres Wissen behauptet wird.

Das strategische Problem der USA ist die enorme Verschuldung aus jahrzehntelangen Außenhandelsdefiziten und teuren Kriegen. Die Schuldenlast kann einerseits nur durch Entwertung des US-Dollars gesenkt werden. Andererseits darf die Entwertung nicht zu rasch und offensichtlich erfolgen, sonst werden die Gläubiger der USA unruhig. Den Gläubigern der USA muss Zeit gegeben werden, ihre Dollaranleihen in Aktien oder Sachwerte umzutauschen. China wird Dollarreserven allmählich abschmelzen, solange es davon noch billig Bodenschätze kaufen kann. Sollten die Dollarpreise zu stark steigen, wird Asien lieber in eigenen Währungen bezahlen. Dann ist es vorbei mit der Herrlichkeit des Petrodollars, auf dem die Macht der USA gründet. Die USA stehen vor der dreifachen Herausforderung, den Dollar zu inflationieren, andererseits den Ölpreis durch ein unrentables Überangebot niedrig zu und außerdem noch die Dollar-Gläubiger – allen voran China und Saudi Arabien – bei Laune zu halten. Das ist ein Drahtseilakt, der selbst fähigeren Artisten als Trump kaum gelingen kann. Saudi Arabien aber steht vor der Wahl, sein Öl nicht mehr gegen Dollar zu verkaufen oder den Ölpreis durch Destabilisierung des mittleren Ostens nach oben zu treiben. Wird es also bald neue Kriege geben?

Sieht es in Europa besser aus?

Ob Fracking oder Elektromobilität: Es gibt Parallelen hinsichtlich der politischen Ziele. Neue Technologien und Energiequellen sollen dem Wahlvolk Hoffnung machen, koste es was es wolle. Parallelen gibt es auch hinsichtlich überschuldeter Euro-Staaten und der Inflationierung des Euros. Es sieht so aus, als solle überall mit immer mehr Geld und Energie noch etwas Zeit gekauft werden. Ein Schrecken ohne Ende?

siehe auch: https://srsroccoreport.com/u-s-shale-oil-production-update-financial-carnage-continues-to-gut-industry

Schöne neue Welt:   http://www.goldseiten.de/artikel/354928–Im-Fegefeuer-der-Absurditaeten.html

http://www.goldseiten.de/artikel/355721–Das-Feuer-fegt-weiter.html