Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für 2017 ein Wachstum von 1,9 %

Im Frühjahrsgutachten hatten sie noch mit 1,5 % Wirtschaftswachstum gerechnet. Dieser Nachricht wurde von den Medien viel Aufmerksamkeit geschenkt. Obwohl es doch nur eine Prognose ist.

Warum wird eigentlich so viel über Prognosen, Vorhaben und Ankündigungen berichtet? Interessanter wären doch Ergebnisse, Beschlüsse und Fakten.

Meistens liegen die Institute mit ihren Prognosen auf mittlere Sicht ziemlich daneben. Die Prognosen werden korrigiert und umso treffsicherer, je mehr sich das Ende des Prognosezeitraums nähert. Wozu das ganze Brimborium? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit Prognosen Stimmung gemacht werden soll: Gute Nachrichten sollen für gute Stimmung sorgen, damit das Geld locker sitzt und der Boom sich selbst verstärkt.

Wachstumsprognosen sind in der Regel prozyklisch, das heißt sie folgen der wirtschaftlichen Entwicklung und schreiben sie in die Zukunft fort. Antizyklisch wäre es, in einer Boomphase mit einem baldigen Abschwung zu rechnen. Das ist den Forschungsinstituten noch nicht gelungen.

Überall wird gerne optimistisch geplant. Sollte man lieber davon ausgehen, dass es nicht so gut laufen wird, weil fast immer etwas Unerwartetes dazwischenkommt? Das Unerwartete ist ja nicht vorhersehbar…

Für kritische Beobachter sind amtliche Prognosen eher Kontraindikator und Frühwarnsystem:

Wenn alle optimistisch werden, ist der Boom bald vorbei

Eigentlich stochern wir alle im Nebel. Sind wir also gespannt auf die Prognose für 2018. Die deutsche Wirtschaft ist abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft, die noch weniger prognostizierbar ist.

Wie auch immer das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr ausfallen mag: es wird weiterhin mit dem Wachstum des Primärenergieverbrauches korrelieren, und es wird erneut vom Wachstum der globalen Verschuldung übertroffen werden.

Dieses Wachstum ist in keiner Weise nachhaltig, allen Lippenbekenntnissen, Bemühungen und guten Absichten zum Trotz. Es wird deshalb immer wieder Überraschungen und Krisen geben: Energie und Geld sind knapp und werden nicht auf ewig billig bleiben können.

Wachstumsprognosen und Realität:                                 www.pdwb.de/nd08.htm