Kühe auf Sand? Es heißt immer wieder, dass Sand im Stall Maschinen, Geräte und Systeme verschleißt, hohen Arbeits- und Pflegeaufwand mit sich bringt und deshalb nicht praktikabel ist. Allerdings wird kaum bestritten, dass Sandbetten für Kühe ideal wären. Welche Erfahrungen gibt es mit Sand in Europa? Wie kommen Betriebe  zurecht, die sich gegen alle Bedenken und Warnungen für Sand entschieden haben?

Auf der Suche nach Sandbetten sind wir im April 2016 nach Dänemark gefahren. Im Norden von Jütland haben wir zwei Betriebe besichtigt, die seit Jahren mit Sand arbeiten.

Sandbetten im Betrieb Gunnar Forum, Skals

 Sandbetten

Im Betrieb von Gunnar Forum in Skals werden seit 2008 450 Kühe im Boxenlaufstall mit Sandbetten gehalten. Die Liegeboxen werden sehr großzügig und tief eingestreut, um maximalen Liegekomfort zu bieten. Einmal pro Woche werden mit dem Hoftrac 30 to Sand auf die 450 Liegeplätze verteilt, das dauert ca. 10 Stunden. Täglich werden also pro Liegebucht fast zehn Kilo Sand ausgetragen und verbraucht.

Gemolken wird mit Robotern. Der Betrieb bringt es auf eine durchschnittliche Milchleistung von 13.700 kg.

Der ausgetragene Sand fällt durch Spaltenboden in Güllekanäle und wird von Kanalschiebern mit der Gülle in die 2 m tiefen Querkanäle geschoben und dort aufgerührt. Der Großteil des ausgetragenen Sandes wird dann mit der Gülle aus den Querkanälen abgepumpt, der Rest setzt sich im Querkanal ab und muss alle zwei bis drei Jahre ausgeräumt werden. Um den Hoftrac in den Querkanal setzen zu können, müssen zunächst einige Spaltenbodenelemente entfernt werden. –

Sandbetten im Betrieb Bech-jensen, Allingâbro

Liegeboxen mit Sand

Der Betrieb Bech-Jensen in Allingâbro erzeugt mit 300 Kühen Biomilch und erreicht eine durchschnittliche Milchleistung von 11.000 kg. Neben dem Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz und Fremdstickstoff müssen hier auch 150 Tage Weidegang gewährleistet werden.

Die neuen Laufställe mit Sandbetten wurden 2011 bezogen. Der Sandverbrauch ist mit etwa fünf bis sechs Kilo pro Tag und Liegeplatz etwas geringer als in Skals. Bei Entmistung und Güllesystem bilden die zusätzlichen Schieber/Mitnehmer in allen Güllekanälen den einzigen sichtbaren Unterschied zu herkömmlichen Anlagen.

Besonderer Verschleiß wurde seit Inbetriebnahme weder bei der Gülle- noch bei der Melktechnik (Melkkarussell) festgestellt. Mögliche Verschleißprobleme bei Leerung der Güllesilos und bei der Gülleausbringung würden den Lohnunternehmer betreffen, der diese Arbeiten übernimmt.

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