Hier geht es nicht um eine philosophische Begriffsbestimmung, sondern um elementare Freiheit als Befreiung aus Abhängigkeiten. Deshalb wird auch die notwendige Protektionismus-Debatte unter dieser Überschrift geführt werden.

Landwirtschaft war immer abhängig von Klima, Wetter und Natur.

Seit Jahrtausenden ist der Mensch bestrebt, die von der Natur gesetzten Grenzen zu überwinden. Aus dem alten Wunsch nach Verbesserung der Lebensbedingungen sind in den letzten hundertfünfzig Jahren neue Fortschritts- und Wachstumsideologien entstanden.

Viele alte Grenzen wurden erfolgreich überwunden, aber aus der neuen Freiheit sind wieder neue Abhängigkeiten entstanden. Und nicht mehr die Knappheit, sondern der Überfluss setzt dem Wachstum auf einmal neue, unerwartete Grenzen.

Landwirtschaft ist heute abhängig von Technik, Energie, Industrie und Weltmärkten, vor allem aber von der Politik.

Landwirtschaftliche Betriebe sind gefangen in einem Netz aus Agrarpolitik, Förderpolitik, Energiepolitik, Geldpolitik und Umweltpolitik mit ganz unterschiedlichen, oft widersprüchlichen Zielsetzungen. Je drückender die Abhängigkeit von Politik und Globalisierung empfunden wird, desto stärker wird der Wunsch nach einer Alternative, nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Es gab und gibt immer Alternativen. Aber sie sind stets mit Mühen und Risiko verbunden. Deshalb wird meistens erst ganz am Ende einer Sackgasse nach Auswegen gesucht. Am Anfang jeden Auswegs steht die Einsicht, dass die Einbahnstraße keineswegs alternativlos ist. Freiheit ist möglich!