Teilmatratzen statt Hochboxen

Teilmatratzen wurden 2013 erstmals in Tiefbuchten verlegt. Eine solche Teilmatratze ist auch die sogenannte Kombibox, die vom Deutschen Landwirtschaftsverlag als Innovation des Jahres 2017 prämiert wurde. Eine DLG-Anerkennung als Neuheit zur EuroTier 2016 blieb der Kombibox versagt, weil sie schon seit 2013 auf dem Markt war. Anderslautende Zeitungsberichte sind Irreführung und Fake.

Die Idee entstand in Nordfriesland. Bereits vor 2013 wurden Tiefbuchten hier mit einer erhöhten Betonplattform in der vorderen Hälfte der Liegefläche versehen, um Einstreuverluste durch Aufwühlen zu verhindern. Die Befestigung einer Gummimatte auf der vorderen Betonfläche war etwas schwierig, außerdem eignete sich diese Lösung nur für den Neubau und nicht für die Nachrüstung.

Mit einer dauerhaften Latexpolsterung im vorderen Bereich der Liegebox konnten die Carpalgelenke beim Abliegen noch besser entlastet werden. Eine auf dem Grund der Liegebox verankerte Deckbahn sorgt für einen stabilen, unauffälligen Übergang von Tiefstreu zur Teilmatratze.

In Haus Düsse wurden im Januar 2014 einige Tiefbuchten mit Teilmatratzen versehen:

www.liegeboxen.de/tiefbuchten-als-kombibox/

Im Sommer 2015 wurden im Boxenlaufstall des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp fünf Tiefbuchten mit Teilmatratzen ausgestattet. In der vorderen Hälfte der Liegebox wurde ein 8 cm dicker Latexkern mit einer Polypropylen-Deckbahn verlegt.

Der Vorderkörper der Kuh liegt auf der Teilmatratze, der Hinterkörper mit dem Euter und den besonders empfindlichen Sprunggelenken liegt auf einer etwa 10 cm dicken Einstreuschicht.

Teilmatratzen werden sehr gut angenommen. Der Einstreubedarf wird halbiert, die Boxenpflege vereinfacht.

Der Übergang von Stroh zu Matratze ist hohen Belastungen ausgesetzt. Deckbahnen für Teilmatratzen und Kombibox-Systeme müssen deshalb sehr robust und extrem reißfest sein. Verschleißfeste Geotextilien aus Polypropylen haben sich bisher sehr gut bewährt. Die Oberflächenstruktur dieses Materials verbindet sich sehr gut mit der Einstreu. Dadurch wird der Übergang von Tiefstreu zu Matratze sehr unauffällig.

Abnutzungserscheinungen wurden an den seit 2013 verlegten Teilmatratzen bisher nicht festgestellt.

Das neue IQ-Stall-Konzept von Firma Hartmann setzt ganz auf Teilmatratzen statt Hochboxen. Die dafür vorgesehenen Betonelemente erlauben auch die nachträgliche Ausstattung mit Teilmatratzen.

siehe auch:

www.stallbauprofis.de/iq-stall.html