Mistschieber

Mistschieber haben die Aufgabe, die Laufflächen sauber und trocken zu halten. Auf trockenen Flächen rutscht der Schieber allerdings nicht so gut; angetrockneter Mist erhöht den Widerstand und das Verkantungsrisiko. Wenn nur zwei Mal am Tag abgeschoben wird, baut sich viel Mist auf. Der Schieber muss mehr leisten und entsprechend schwer sein. Leichtere Schieber räumen alle zwei Stunden. Die Aufgabe ist nicht einfacher geworden: in bis zu 4 m breiten und 200 m langen Schieberbahnen kann die Distanz zum nächsten Abwurfschacht auch einmal 70 m betragen. Da kommt jede Menge Mist zusammen.

Früher gab es entweder Spaltenboden oder planbefestigte Laufflächen mit Gussasphalt oder Besenstrich-Beton, alles relativ glatt und einfach zu räumen. Heute gibt es ganz unterschiedlich profilierte Betonflächen, Gummibeläge oder Flächenelemente mit eingelassenen Teilflächen aus Gummi. Räumschild und Räumleiste müssen auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt werden: Beton kann durch  einen leicht angewinkelten Schieberschild abgekratzt werden, Gummi muss mit einer senkrecht stehenden Räumleiste abgezogen werden.

Der Mistschieber soll also einerseits möglichst perfekt abräumen, andererseits aber die empfindlichere Laufgangoberfläche schonen. Daraus ergeben sich hohe Ansprüche an Räumleisten, Schieberführung und Steuerung: Elastische Räumleisten unterliegen höherem Verschleiß, der Schieber soll gerade geführt werden und die Steuerung muss automatisch auf zu hohen Widerstand reagieren.

Schaltkasten Mistschieber

Zu hoher Widerstand kann nicht nur durch verletzte Kühe oder Kälber entstehen, die auf dem Laufgang liegen. Auf stärker profilierten Laufflächen können auch Drcck oder Fremdkörper leichter haften oder verklemmen. Eine möglichst „intelligente“ Steuerung soll Gefahren erkennen, unterscheiden und warnen können.

Immer häufiger sieht man Laufflächen mit ausgeprägten, tiefen Längsrillen. Die Längsrillen sollen Jauche aufnehmen und ableiten, so dass die Lauffläche trockener bleibt und die Entstehung von Ammoniak verringert wird. Die Räumklappen oder Räumleisten der auf diese Laufflächen abgestimmten Mistschieber greifen wie Nut und Feder in diese Rillen. Die Schieberführung wird dadurch unterstützt und auf die gesamte Breite des Laufgangs verteilt. Inzwischen gibt es auch erste Gummibeläge mit tiefen Längsrillen oder Betonelemente mit Längsrillen und eingelassenen Laufpfaden aus Gummi.

Mistschieber auf Gummibelag (Magellan)

Den gewachsenen Anforderungen an die Schieberführung haben die Hersteller von Entmistungsanlagen auch mit der Weiterentwicklung von Seilzug-, Ketten- oder Schubstangentechnik Rechnung getragen. Funktion und Verschleiß der Schieberführung können durch Klima (Vereisung), Mistqualität, Austrag von Einstreu und ungleichmäßige Schieberbelastung beeinflusst werden. Auf Spaltenboden sind Reinigungsroboter nicht mehr wegzudenken.

Der optimale Mistschieber muss auf die individuelle Situation des jeweiligen Betriebes abgestimmt sein. Wichtig sind eine lange Lebensdauer, geringer Wartungsaufwand, geringer Stromverbrauch und eine bedienerfreundliche Steuerung. Auch die Verschleißteile sollten möglichst einfach zu wechseln sein.

Die Bilder zu diesem Beitrag wurden uns von Fa. Hartmann und Fa. Duräumat zur Verfügung gestellt:

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