Einstreu

Einstreugeräte erleichtern das Ausbringen neuer Einstreu.

Die Pflege von Liegeboxen besteht aus mehreren Schritten: Alte Einstreu wird aufgelockert und eingeebnet, neue Einstreu wird ausgebracht. Grundsätzlich gilt für Strohmist- oder Kalkstrohmatratzen: Je öfter aufgelockert und begradigt wird, desto weniger muss nachgestreut werden. Die Einstreufrequenz hängt im Einzelfall von vielen Faktoren ab, eine pauschale Aussage lässt sich kaum treffen: Materialaustrag und Ersatzbedarf können je nach Einstreumaterial, Befüllung und Boxengestaltung sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn Tiefbuchten randvoll mit Güllesubstrat, Häckselstroh oder gar Sand gefüllt sind, muss ein größerer Materialaustrag in Kauf genommen werden. Ein höherer Materialdurchsatz kann aus unterschiedlichen Gründen auch erwünscht sein.

Meistens wird ein Mal pro Woche nachgestreut.

Die Einstreufrequenz kann man zu senken versuchen, indem man eine größere Einstreumenge am Kopfende der Liegebox ausbringt, die dann von den Kühen allmählich nach hinten gearbeitet wird. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Sägemehl, Sand oder Güllesubstrat, also relativ „fließfähiges“ Material. Es dient auch der Verminderung des Materialaustrages. Massive Einstreuverluste setzen erst ein, wenn die Kühe das Material nach hinten gearbeitet haben und die Liegebucht „überläuft“. Wie schnell dies geschieht, hängt wiederum vom Einstreumaterial, von der Aufstallung und auch vom Tierverhalten ab.

Einstreuen während der Melk- oder Mahlzeiten.

Idealerweise finden Boxenpflege und auch Nachstreuen während des laufenden Betriebes statt. Umtreiben und Sperren von ganzen Stallabteilungen nur zum Zwecke der Boxenpflege ist umständlich und bedeutet zusätzlichen Arbeitsaufwand.

Mobile Einstreugeräte kommen vor allem dort zum Einsatz, wo gruppenweise gemolken oder gefüttert wird und die unbelegten Liegeboxenreihen währenddessen vom Laufgang aus nachgestreut werden können. Mobile Technik wie z. B. Zusatzvorrichtungen für den Hoftrac oder auch der Futtermischwagen kann auf das jeweilige Einstreumaterial, den Einstreubedarf und die örtlichen Verhältnisse abgestimmt werden.

Roboterställe: die nächste Stufe der Automatisierung.

In Ställen mit Melkrobotern können nicht komplette Liegeboxenreihen in einem Durchgang gepflegt werden, weil nur einzelne Liegeplätze sporadisch und vorübergehend frei werden. Hier kommen fest installierte, automatisierte Einstreuvorrichtungen zum Einsatz. Hier erkennen Sensoren die frei gewordenen Liegeplätze, die dann einzeln zielgenau angefahren und nachgestreut werden.

Beispiele:

Einstreugerät Mehrtens EG 1401:        https://youtube.com/watch?v=oy_RM44sUqU

Einstreumeister der Stallbauprofis:    www.stallbauprofis.de/iq-stall/einstreutechnik.html

Fünf Einstreugeräte im Vergleich:       https://www.youtube.com/watch?v=yUYu8DBfWYk