In Thüringen hat das Wahlvolk die Politiker vorgeführt. Die Botschaft ist eindeutig: Nehmt unsere Sorgen ernst, werdet Euch in Sachfragen einig und hört auf mit albernen Schaugefechten. Eine Regierung brauchen wir nicht. Anstelle von Hass, Hetze, Vorurteilen, Diffamierung und Dämonisierung wäre jetzt der respektvolle Umgang mit Andersdenkenden angesagt. Wer diese Botschaft nicht verstehen will, wird auch die nächste Wahl verlieren.

Ginge es nach dem Schweizer Konsensmodell, säße die AfD in Thüringen jetzt mit auf der Regierungsbank. Eine stabile Mehrheit aus PDS und AfD wäre sich in vielen Sachfragen einig, die programmatische Schnittmenge ist erstaunlich. Dabei wäre die Auflösung des Landesamtes für Verfassungsschutz nur der kleinste gemeinsame Nenner. Viel größer ist die Übereinstimmung in der Sozialpolitik: AfD und PDS könnten ihre Wählerschaft so richtig verwöhnen. Streit müsste es gar nicht geben, denn in Migrationsfragen hat eine Landesregierung ohnehin nicht viel zu melden.  Beide Parteien würden sich auch mühelos darauf verständigen, sozialpolitische Wohltaten durch höhere Staatsverschuldung zu finanzieren. Das fällt den Wählern nicht auf und spielt angesichts der allgemeinen Überschuldung in Europa und der Welt auch keine Rolle mehr. Öffentliche Schulden werden vergesellschaftet, nach guter sozialistischer Manier haftet in Europa jeder für die Schulden des anderen. Vielleicht kann man den Wählern sogar weismachen, dass der Staat durch höhere Verschuldung bei Minuszinsen sogar Geld verdient? Es ist eigentlich egal, welche Partei man wählt. Wahlsieger sind immer Sozialisten von links oder von rechts.

Für die Landwirtschaft wäre eine Koalition aus PDS und AfD gar nicht schlecht. Beide Parteien würden den Ausverkauf landwirtschaftlicher Flächen an „Investoren“ erschweren und die regionale Landwirtschaft zu stärken versuchen.